3. Erfahrungsbericht

24. Dezember 2009

So liebe Leuts, hier kommt mein 3. Erfahrungsbericht. Einfach unter:

http://www.humyo.de/F/9268899-2365464469

Downloaden

Viel Spass beim lesen und frohe Weihnachten!!!!

Manu Chao

13. Dezember 2009

Gestrn Abend waren wir am “Praia de Futuro” auf dem Konzert von Manu Chao. Ueberragender Abend, im Sand vor der Buehne bis in den Sonnenaufgang getanzt. Ueberhaupt war das ganze mehr eine riesige Party, als ein Konzert. Sehr beeindurckend…

Haussuche

13. Dezember 2009

So, meine lieben Blog-besucher

Endlich komm ich mal wieder dazu, kurz was auf meinen Blog zu posten, ist ja lange her, seit dem letzten mal.

Leider moechte unsere liebe Vermieterin ja das Haus, in dem wir gerade wohnen, verkaufen und aus diesem Grund muessen wir die Bude bis Ende Dezember verlassen. Es muss also ein neues Haus her, das ist aber hier in Brasilien gar kein so leichtes Unterfangen, wie wir die letzten Wochen erfahren durften.

Hier in Brasilien findet man sein neues Heim naemlich selten in Zeitung oder Internet, sondern eigentlich vor allem, indem man durch die Strassen laeuft und jede Person, die einem ueber den Weg laeuft, nach Mietshaeusern fragt.

Die letzten 4 Wochen haben wir genau das jeden Tag mehrere Stunden gemacht und deshalb konnte ich nur sehr eingeschraenkt, bzw. zeitweise gar nicht arbeiten… Bloederweise hatten alle haeusser, die wir gefunden haben, irgendeinen Haken: Zu klein, zu teuer, schlechte Lage, zu weit vom Projekt entfernt, erst in 2 Monaten zu haben usw.

Bei Zeiten war die Suche auch sehr nervenaufreibend,ich weiss nicht, wie oft ich den Satz “Wir suchen ein Haus zum mieten” gesagt habe, hab das versucht hochzurechnen, waren bestimmt an die 700mal… Schlimmer waren aber noch die gutgemeinten Antworten, die uns kein bisschen weiter halfen. TOP 3 der unnuetzen Auskuenfte:
“Rapaaaaaaaaaaaz, pra aqui é dificil!” (Junge, hier ist es schwierig) Gefuehlte 3Mio Mal gehoert hat mich dieser Satz zu Beginn zwar noch belustig, nach der 1. Woche dann aber zeitweise auch auf die Palme getrieben. Wirklich JEDER  meinte, er muesse uns diese hilfreiche Information mit auf den Weg geben. Klar dass das nicht boese gemeint war, laut Kelber einfach ein Ausdruck von Unwissenheit.

Auch immer wieder eine grosse Hilfe: “Aqui tinha uma, mas foi alugada a semana passada” (Hier gabs eines, aber es wurde erst letzte Woche vermietet)

“Quem procura, acha” (Wer sucht, der findet)

Es gab aber auf jeden Fall immer wieder sehr freundliche Menschen, die uns mit uns durchs Viertel gelaufen sind, leute fuer uns angerufen haben und uns echt weitergeholfen haben.

Jetzt nach 4 Wochen intensiver suche stehen wir immernoch ohne neue Bleibe da. Wir haben aber 2 Wohnmoelichkeiten gefunden und werden wohl die naechsten Tage entscheiden, was die neue Freiwilligen-WG Fortaleza wird.

Sonst gibt es nicht sehr viel neues. Weihnachten steht vor der Tuer, doch die besinnliche Adventsstimmung haelt sich bei 30 Crad und reifenden Mangos halt doch etwas in Grenzen.

Hoffe bis bald, dann aus der neuen Wohnung

2.Erfahrungsbericht

25. November 2009

So, hier is mein 2. Erfahrungsbericht aus Brasilien. Ihr koennt ihn entweder unter

http://www.humyo.de/F/9268899-2099514975

oder unter der Rubrik “Erfahrungsberichte” downloaden. Viel Spass beim lesen.

 

Sorry…

5. November 2009

Tut mir sehr leid, dass mein Blog in letzter Zeit etwas vernachlaessigt wird. Die Zeit rinnt mir wie Sand durch die Finger und eigentlich muesste mein zweiter Erfahrungsbericht schon wieder draussen sein. Ich hoffe euch bald wieder auf den neusten Stand bringen zu koennen.

 

Nachts in der WG…

17. Oktober 2009

Es war 23 Uhr am Abend des 8. Oktober 2009. Knarrend öffnete sich ein Flügel der maroden Holztür und für einen kurzen Moment fiel Licht in das angrenzende Esszimmer. Zwei Schatten huschten lautlos aus der Tür, dann war es wieder dunkel. Nur das friedliche Zirpen der Grillen drang durch die Gitter an den Fenstern, kurz unterbrochen vom aufgeregten Ballen eines Straßenhundes. Lediglich der diffuse Schein des Mondes, der von den eingemauerten Glassplittern der Hofmauer reflektiert wurde, umriss die Silhouetten der beiden Gestalten, die sich vorsichtig, aber zielstrebig voran tasteten. Sie wussten genau, was sie taten, jeder Schritt, jede Handbewegung saß, als wäre es eine einstudierte Choreographie.

Plötzlich ließ ein undefinierbares Rascheln die Beiden zusammen zucken. Ein Luftstoß hatte ein Blatt Papier vom Esstisch geweht. Die Gestalten arbeiteten sich weiter voran, in der Hand das Mordwerkzeug fest umschlossen, zum Äußersten bereit. Sie wussten genau, was vor ihnen lag und dass es dieses Mal Tote geben würde.  Es musste alles sehr schnell gehen um die zahlenmäßige  Unterlegenheit durch den Überraschungsmoment zu kompensieren und den notwendigen Vorteil zu gewinnen. Sie durften auf keinen Fall frühzeitig bemerkt werden.

Dann ein weiteres Rascheln aus der vor ihnen liegenden Küche. Diesmal kaum hörbar, aber doch so klar und eindeutig, dass es beide einen Schauer über den Rücken jagte. Sie waren also da, das Warten hatte sich ausgezahlt. Schon 2 Stunden zuvor, hatten sich die Beiden im Wohnzimmer des kleinen Hauses eingeschlossen, um sich mental auf das Bevorstehende vorzubereiten, die Vorgehensweise festzulegen und die Ausrüstung zu präparieren. Nun standen die Beiden, fest an die Wand gedrückt, im Flur und die Gewissheit, dass ihr schlimmster Alptraum irgendwo in der gähnenden Schwärze der Küche lauerte, pumpte die letzten Adrenalinreserven durch ihre Adern.

Es dauerte nur den Bruchteil einer Sekunde. Wie ein Blitz erhellte das grelle Licht der Neonlampe die rechteckigen Fließen der Küche. Mit einem lauten Schrei sprangen die beiden vermummten Gestalten um die Ecke, in der Hand ihre geladenen Havaianas.

Zwei der Bestien fielen gleich den ersten Schlägen zum Opfer. Wie Peitschenhiebe klatschten drei weitere Sandalen auf den kalten Stein, jedes Mal gefolgt von dem charakteristischen Knacken, das beim Zerschmettern eines Chitinpanzers zwischen Gummi und Fließe, entsteht.

Einer der zweckentfremdeten Schuhe flog quer durch den Raum und streckte eines der Biester an der Wand neben dem Gasherd nieder.

Die Beiden waren professionell, äußerst geübt in der Kunst des Tötens und sehr gut auf sämtliche Situationen vorbereitet, daran ließ die Präzision und Kaltblütigkeit, mit der sie zu Werke gingen, keine Zweifel. Sie hatten alle Szenarien durchgespielt und wussten jeden Moment, wie sie zu reagieren hatten.

Trotzdem kam der Angriff völlig unerwartet und aus einer Richtung, aus der sie es nicht erwartet hätten. Mit einem tiefen Brummen löste sich eine der Bestien von der Wand und segelte nur wenige Zentimeter zwischen den Köpfen der beiden hindurch. Geistesgegenwärtig schwang der kleinere der Beiden seinen Gummi-Knüppel durch die Luft und erwischte das Flugobjekt am Heck, das getroffen zu Boden segelte.

Auch Fluchtversuch des letzten Ungeheures endete unter der Sohle des herum wirbelnden Flip-Flops.

Dann kehrte wieder Ruhe ein in das Casa 81. Auf dem Rücken, alle Vieren, bzw. eher alle Sechsen von sich streckend lagen 8 gemarterte Kakerlaken auf dem Boden der Küche verteilt. Zufrieden begutachteten die Beiden ihre Beute und beseitigten anschließend jegliche Spuren. Für dieses Mal hatten sie gewonnen. Dass es jedoch ein nächstes Mal geben würde, daran zweifelte keiner der Beiden.

I close my eyes…

17. Oktober 2009

BILD2176Sooooooooooooooooo, jetzt kommt nach langer Zeit mal wieder ein kleines Update.

Die Zeit fliegt, rast geradezu vorbei. Nächste Woche bin ich schon 60 Tag bzw. 2 Monate bzw. 1/6 meines gesamten Aufenthaltes hier in Brasilien.

Gelegentlich versuche ich mal einen Moment inne zu halten… „I close my eyes, only for a moment…   …and the Moment’s gone“ (Dust in the Wind – Kansas). Das trifft’s find ich ganz gut. Kaum hat das Wochenende angefangen, ist schon wieder Montag und kaum ist es Montag, ist die Woche auch schon wieder vorbei. Ich merke jetzt schon, dass das Jahr viel zu schnell vorbei sein wird.

BILD2173

In Maravilha habe ich mittlerweile begonnen, Gitarren-Unterricht zu geben. Die Begeisterung der Kids ist (noch) sehr groß, alle, selbst die Tias, würden gerne Gitarre lernen.BILD2144

Es gibt aber nur eine Gitarre im Projekt, die andere bringe ich von zu Hause mit und deshalb kann ich nur 2 Kinder gleichzeitig unterrichten. 2 Kinder, jeweils eine halbe Stunde, da schaff ich leider nur etwa 16 Kids. Das Ganze ist auch ziemlich anstrengend, ich war aber das erste Mal total überrascht, wie schnell die kleinen Finger es geschafft haben, die Akkorde zu greifen. Wenn die Kinder die Lerngeschwindigkeit der ersten Male beibehalten, können wir sehr bald damit anfangen, Lieder einzustudieren. Die Theorie-Einheiten werde ich allerdings etwas kürzen müssen, weil es zum einen auf Portugiesisch für mich nicht ganz einfach, und zum anderen für die Kinder noch etwas zu anspruchsvoll ist. Außerdem interessieren sie sich eh nicht für Terzen, Quinten und Quarten, sie wollen einfach spielen lernen.

Haeuser in Maravilha

Haeuser in Maravilha

Eigentlich ist es ihnen auch völlig Wurst, wie der Akkord, den sie gerade spielen, heißt, doch darauf lässt sich dann doch nicht verzichten und so werden die verschiedenen Akkorde wieder und wieder wiederholt.

Ich bin auf jeden Fall sehr froh, wenigstens in Maravilha meinen ersten Aufgabenbereich gefunden zu haben und selbstständig mit den Kindern arbeiten zu dürfen. Ich genieße die Zeit in Maravilha immer sehr. Die Kinder sind einfach so unglaublich herzlich, nicht selten drückt mir eines der Mädchen einen dicken Schmetzer auf die Backe, bevor sie in die Schule gehen. Ich hätte es ehrlich gesagt nicht gedacht, dass mir die Arbeit mit Kindern so viel Spaß machen könnte.

 

In der Barraca fühle ich mich mittlerweile angekommen. Diese Woche hatten wir eine sechsstündige „Reuniao“, eine Besprechung mit allen Funktionären der Barraca. Zwar war die Sitzung unglaublich anstrengend, weil ich leider immer nur die Hälfte verstanden habe, trotzdem hat sie dem chronischen Informationsmangel von uns Freiwilligen erheblich entgegengewirkt.

Der Lampenbau in der Barraca läuft mittlerweile richtig gut, die erste Lampe aus Bambus und  Palmblättern haben wir fertig gestellt.

Lampenbau

Lampenbau

BILD2154

 

Die Straßenarbeit läuft leider immernoch nicht, seit der Reuniao weiß ich aber wenigstens, wer genau dafür zuständig ist und sollte – eigentlich – nächste Woche das erste Mal mitgehen können. Mit genauen Prognosen bin ich aber mittlerweile vorsichtig geworden, ich lebe schließlich in Brasilien… Auf jeden Fall finden diese Einsätze am Busterminal immer mehr oder weniger spontan statt und so werd ich die Straßenarbeit wohl vorerst nicht in meinen Wochenarbeitsplan mit aufnehmen können.

So viel erst mal von hier. Das nächste Mal e ich euch von meinen ersten Erfahrungen auf dem Surfbrett und dem Kampf gegen das Ungeziefer berichten. bilder werde ich auch nachreichen.

1. Erfahrungsbericht

9. Oktober 2009

Sooooo hier kommt mein erster Erfahrungsbericht.

Einfach oben auf der Leiste “Erfahungsberichte” auswaehlen und auf den Link klicken.

Bald werd ich auch wieder meinen Blog aktualisieren

Liebe Gruesse aus dem sonnigen Brasilien

Harte Arbeit

20. September 2009

geschafft!

Mein Zimmer...

Mein Zimmer...

... das Ergebnis kann sich sehen lassen

... das Ergebnis kann sich sehen lassen

... das Ergebnis kann sich sehen lassen

Es ist Freitag Abend/Nacht 12 Uhr und ich liege völlig erschöpft – mal wieder- in meiner Hängematte. Mir tut noch immer alles weh, ich bin noch überall mit Farbe verschmiert, aber es fühlt sich doch sehr gut an, so richtig viel gearbeitet zu haben.

Mittwoch hatten wir Farbe und Pinsel gekauft, zuvor stand aber ja noch jenes famose Badezimmer auf unserem Putzplan, das schon so manchem Freiwilligen einen Schauer des Ekels über den Rücken hat laufen lassen.

Gaensehaut-Feeling, absolut ekelhaft!!!

Gaensehaut-Feeling, absolut ekelhaft!!!

Bis über die Ohren mit Schuhen (!), Sprays, Putzmittel und Besen wagten sich also die beiden Fortaleza-Freiwilligen tollkühn und im Angesicht des sicheren Todes in die Kammer des Schreckens – ein kleiner Schritt für einen Freiwilligen, aber ein großer Schritt für Hygiene, Sauberkeit, Gesundheit und Wohlbefinden unserer WG.

Knarrend öffnete sich das Portal und uns entgegen kam eine ordentliche Brise Todesgeruch. Der von Kakerlaken wohlgemerkt. Als Hannes schließlich das Licht anknipste, bot sich uns ein Bild des Grauens. Der Boden war übersät mir Kadavern an denen sich bereits die Ameisen zu schaffen machten. Unser Jagdhund Pinki kam uns schnell zu Hilfe, um auch die letzten überlebenden Baratas aufzuspüren und aus ihrem Versteck zu jagen.

Nach dem das Gebiet gesäubert war, mussten wir ernüchternd feststellen, das weder Dusche, noch Toiletten funktionierten. Damit verliert ein Bad ja seine wesentliche Bestimmung und deshalb entschlossen wir uns, das Feld zu räumen und das Bad zuzumauern :)

Danach bagannen wir ein wenig Farbe in unser trostloses Zuhause zu bringen. Mittwoch Abend wurde unsere geliebte Küche in ein warmes Gelb getaucht, Donnerstag und Freitag war mein Zimmer an der Reihe. Das ganze war ein unglaublicher Kraftakt, da wir bis Mittags ja immer in den Projekten gewesen waren und dann nachmittags und abends bis spät in die nacht hinein uns an den waenden ausgetobt haben. Mein Zimmer ist aber doch echt gut geworden, der Aufwand hat sich gelohnt.

Erster Pinselstrich

Erster Pinselstrich

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Die Belohnung nach harter Arbeit: Fortaleza-09-Spezial-Burger mit Chicken-Nuggets, Salat, Tomate, Ei, Fleisch, Schinken, Kaese und Ketchup

Die Belohnung nach harter Arbeit: Fortaleza-09-Spezial-Burger mit Chicken-Nuggets, Salat, Tomate, Ei, Fleisch, Schinken, Kaese und Ketchup

Die Arbeit in den Projekten laeuft bisher doch echt gut, wobei wir halt noch zeit brauchen, unsere genauen Aufgaben zu finden.

Genaueres und Fotos werd ich diese Woche noch berichten/nachreichen. Und Ende des Monats erscheint ja dann auch schon mein erster Erfahrungsbericht.

Krass, am Dienstag bin ich schon seit einem Monat hier in Brasilien, die Zeit vergeht echt unglaulich schnell…

Am meisten vermisse ich: Staubsauger!!!!, Brot und Radler :)

Von hier an blind…

20. September 2009

Montag Nacht mussten wir uns nach fast 4 Wochen von unserem geliebten Vorgänger Carl verabschieden. Für ihnen endete damit sein Freiwilligenjahr und er reist jetzt noch bis Dezember durch den Amazonas. Für uns heißt das, dass wir von nun an ganz auf uns alleine gestellt sind. Aber irgendwie ist das auch ganz gut so, wir freuen uns auch, endlich unser eigenes Ding machen zu können.

 

Und das haben wir auch gleich am ersten Tag richtig gemacht. Erst mal gings in die Barraca und wir haben zum ersten mal die Papier-Officina alleine gemacht. Wir haben überlebt und sind wieder Heil da rausgekommen, unterm Strich kann man also sagen, wir waren erfolgreich.

Allerdings mussten wir einen Jungen rausschmeißen und der ließ dabei ein Messer mitgehen. Das fehlte dann natürlich am Ende und es gab ein riesen Stress, weil die Jungs auf keinen Fall irgendwas Spitzes, das als Waffe benutzt werden könnte (die Jungs dürfen deshalb auch ausschließlich mit Löffeln essen, egal was es gerade zu Essen gibt) mit aus der Officina nehmen dürfen, diesmal aber wirklich keine wusste, wo das abhanden gekommene Messer war…

Solche Sachen beherrschen die Jungs wirklich unglaublich gut. Die haben es letzte Woche sogar fertig gebracht, einen 15l-Kanister Kleber unbemerkt aus dem kleinen Materialraum, in dem wir Freiwilligen zu dritt standen, mitgehen zu lassen.

Die Jungs waren zwar in den 2 Stunden nicht sonderlich produktiv, für unseren ersten wirklichen Arbeitstag war das aber glaub ich ganz gut, es gab schließlich weder Tote noch verletzte :)

Nach dem Mittagessen sind wir dann schon nach Hause gegangen, weil wir diese Woche Nachmittags unsere sowieso ja schon so liebevoll gestaltete Residenz ein wenig aufpolieren möchten. Diese Wohnung ist echt der Hammer, ich glaub ich muss da mal einen extra Artikel dazu schreiben… das sind Zustände, die gibt’s in keinem brasilianischen Haushalt.

Nicht nur das das Haus an sich die absolute Bruchbude ist und wir in ständiger Angst leben, dass uns die Decke auf den Kopf fällt, unsere Vorgänger haben leider nicht besonders viel Liebe in die Pflege ihrer 4 Wände gesteckt. Naja, werd mal noch ne kleine Video-Rundführung machen, is echt sehenswert:)

Heute musst auf jeden Fall mal der Schrank in Hannes’ Zimmer dran glauben. Alle Achtung, dass die Johanna 12 Monate mit diesem Ding im Zimmer gelebt hat und sogar ihr Eigentum dem lebendigen Möbelstück anvertraut hat. Der Boden und die Rückwand waren schon an einigen Stellen durchgebrochen und man konnte erahnen, was sich so alles dahinter tümmelt.

Das Ding war schon so von Termieten zerfressen, dass wir es mit den bloßen Händen abreißen konnte. Dahinter und darin war alles voll mit Termiten, Müll, Kakerlaken, Spinnen und was sonst noch so alles kreucht und fleucht. Besonders beeindruckend sind die in allen Farben (ok, schwarz und weiß) erblühenden Schimmelpilze.

Tipp vom Vermieter: Bisschen Farbe drüber :D Parabems!

Nach Stunden der harten und zeitweise atemraubenden Arbeit sind wir schließlich glücklich, den ersten von etwa 87 Schritten auf dem Weg zu einem gemütlichen Zuhause getan zu haben.

Morgen folgt dann der 2. Streich: Die Kammer des Schreckens!
Wir werden auf unserer Renovierungsmission in das Badezimmer, dass an mein Schlafzimmer angrenzt und geschätzte 5 Generationen nicht mehr genutzt, geschweige denn geputzt wurde, vor wagen und mit großer Wahrscheinlichkeit ein Nest unserer geliebten Freunde aufstöbern. Ich bin gespannt, was ich von diesem Abenteuer berichten werde.

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Mit blosser Muskelkraft hebt Hannes den zu Staub zerfallenden Schrank aus der Wand

Mit blosser Muskelkraft hebt Hannes den zu Staub zerfallenden Schrank aus der Wand

 

Unsere fleissigen Untermieter: Termiten

Unsere fleissigen Untermieter: Termiten

Danach wird der Koeter erst mal ordentlich geduscht

Danach wird der Koeter erst mal ordentlich geduscht

Formatverlust

9. September 2009

Leider hat mein Blog, bis auf den letzten Artikel, komplett das Format verloren, deshalb ist alles so winzig klein geschrieben. ich weiss leider nicht woran das liegt und hoffe das bald wieder hinzubekommen.

Thx fuer euer verstaendniss, Gruss Philipp

Canoa die 2.

7. September 2009

Flug ins Ungewisse

Flug ins Ungewisse... und butterweiche Landung :) Die Bilder sind noch von unserem 1. Canoa-Wochenende

Schon wieder in Canoa:-)

Freitag Abend mit dem Bus hier angekommen. Wir können genialerweise für 5Reais/Nacht hier bei Mark, einem Freiwilligen in Canoa, wohnen. Er ist echt ein supernetter Typ und kommt lustigerweise aus Waltersofen, 3 Dörfer von Schallstadt entfernt.

Dieses Wochenende ist ziemlich was los, weil Sonntag Abend eine Regatta (so ein Segelbootrennen bei dem sich die Fischer aus den umliegenden Dörfern mit ihren einmastigen Nussschalen batteln) ist. Der Strand war Freitag Abend entsprechend gefüllt, es wurde mal wieder bis zum Sonnenaufgang in der Freedome-Bar gefeiert.

Samstag haben wir ausgeschlafen, gemeinsam mit Mark eine riesige Portion Spaghetti-Bolognese gekocht und verspeist und danach wieder einen traumhaften Sonnenuntergang mit Gitarre und „Skol“ (Bras. Biermarke) auf der großen Düne am Eingang des Dorfes genossen.

Traumhafter Sonnenuntergang

Traumhafter Sonnenuntergang...

Um 9 sind wir dann zum Broadway gelaufen, um uns in einer Kneipe das WM-Qualifikationsspiel Brasilien vs. Argentinien anzusehen und uns mit einem lauten Torjubel beim Anschlusstreffer Argentieniens äußerst unbeliebt zu machen. Für unsere Gesundheit war es sicher besser, das Brasilien schließlich 3:1 gewonnen hat, bei Fußball verstehen die Brasilianer wohl nich all zu viel Spaß :)

Am Sonntag mussten wir leider frühzeitig aufbrechen, weil wir auf den Geburtstag der Tochter einer Ehemaligen Barraca-Mitarbeiterin eingeladen waren und verpassten deshalb die Regatta soeben. Wir waren um 10 nochmal am Strand, da war alles schon mit Schaulustigen gefüllt.

Der Geburtstag war ganz unterhaltsam. Eine ziemlich große Feier, für einen 6.Geburtstag. Montag war aber Nationalfeiertag, deshalb war das ganze Viertel auf den Beinen. Besonders die Atmosphäre hat mich sehr beeindruckt. Alles trifft sich auf der Straße, man setzt sich einfach mit seinem Plastikstuhl auf die „rua“ und unterhält sich mit den Nachbarn. Anlässlich des Nationalfeiertages traten auch noch mehre Forro-Tanzgruppen von Jugendlichen aus der Comunidade auf. Forro hört man hier im Nordosten an jeder Ecke, es kann bei Zeiten auch etwas nervig sein. Das Tanz-Klischee hat sich aber definitiv total bewahrheitet. Es ist echt unglaublich wie sich schon die 8 jährigen Jungs bewegen können, ganz zu schweigen von den 13 jährigen Mädchen, da sieht jeder Europäer ziemlich alt aus.

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Die 2. Woche

7. September 2009

Die vergangene Woche war ziemlich stressig und nicht besonders spannend, deshalb gibt es sie in einer kurzen Zusammenfassung.

Montag abends sind wir von Canoa heimgekommen und es wurde sofort das Feuer auf die Kakerlaken eröffnet. Das Gefecht dauerte bis Freitag und wir konnten dem Feind die Gebiete von der Küche bis zur Tür des 3. Bades, die er während dem Wochenende mit unverschämter Dreistigkeit annektiert hatte, wieder abringen. Die Verluste auf Seiten der schwarzen Grabbler liegen deutlich im zweistelligen Bereich (12 glaube ich), allerdings erwarten wir eine Neuformierung der Untergrundkämpfer während der Tage unserer Abwesenheit.

Ungeachtet der Geschehnisse während des 1.Weltkrieges haben wir daher entschlossen uns, sämtlicher moralischer Einwände zum Trotz, chemischer Waffen zu bedienen. Die Wirksamkeit der nicht näher bekannten schwarzen Kästchen wird sich nach dem Wochenende zeigen.

Im Wesentlichen könnte aber auch der Großputz, der am Donnerstag verordnen und durchgeführt wurde, zur Besserung der Lage beitragen.

So viel zu den Neuigkeiten von der Front.

Am Dienstag war dann der besagte Ö-Tag, den ich gar nicht weiter kommentieren möchte:-)

Mittwochs besuchten wir dann wieder die Barraca da Amizade. Die Jungs sind echt drauf… Es wird keine Möglichkeit ausgelassen, dumme Sprüche zu klopfen oder die neuen Freiwilligen zu verarschen. Besonders Schwulenwitze stehen hoch im Kurs, wahrscheinlich auch aufgrund des hohen Schulenanteils, sowohl bei den Betreuern, als auch bei den Jungs.

Generell wird Homosexualität hier in Brasilien sehr viel offener gelebt und stößt in der Gesellschaft auf mehr Akzeptanz und Toleranz, als das in Deutschland der Fall ist. Deshalb ist es auch irgendwie etwas paradox, dass an keinem Ort dieser Welt mehr Schwulen-Witze gerissen werden, als in der Barraca. Ständig und überall ist alles immer viado (schwul), Goiaba (=eine pinke Frucht, die hier gerne als Synonym für Schwule benutzt wird) oder gosta de banana (~schwul). Das ist etwas gewöhnungsbedürftig, aber wir arbeiten daran ;)

Bei all den Flausen die sie im Kopf haben sind die Jungs doch total liebenswert. Gerade, wenn man sie mal alleine antrifft, merkt man schnell, wie nett sie doch sind und, dass die harte Fassade doch tatsächlich nur eine Fassade ist. Ich freue mich sehr auf die Arbeit in der Barraca, auch wenn meine Arbeitsbereiche noch nicht ganz klar sind. Die Papier-Werkstatt wird auf lange Sicht ziemlich sicher von Hannes übernommen, weil er wegen einer chronischen Fußverletzung kein Sport machen kann. Ich werde voraussichtlich mehr bei der Fußballmannschaft mithelfen und dann vor allem auf der Straße mitarbeiten. So ganz ist das aber alles noch nicht klar, die kommende Woche können wir aber auf jeden Fall in alle Arbeitsbereiche mal reinschnuppern und sehen, was uns gefällt. 2 Tage werde ich wahrscheinlich im Projekt Maravilha arbeiten.

Selbiges wurde am Mittwoch und Donnerstag Nachmittag nochmals besucht. Die Kinder sind echt super… superlaut und supersüß :) Allerdings ist dort der Arbeitsbereich des Freiwilligen relativ offen definiert. Ich werde viel einfach mit den Kids spielen und für sie da sein, weil die Betreuerinnen doch alle sehr große Gruppen und eigentlich nie Zeit haben, sich einzelnd um die Kinder zu kümmern. Eine sehr coole Sache, bei der ich auf jeden Fall ein bisschen mitarbeiten möchte, ist ein Photoprojekt. Es gibt die komplette Ausrüstung inkl. Dunkelkammer um mit kleinen Lochkameras Fotos zu schießen und zu entwickeln.

Am Donnerstag Abend mussten wir uns leider von 50% unseres Länderteams und 2/3 unserer Vorgänger verabschieden. Um 9 Uhr brachen unsere Mitfreiwilligen Lisa und Audrey, sowie Johanna und Jonas, unsere Vorgänger, nach St.Louis auf, etwa 1000 Kilometer und 21 Busstunden nordöstlich von Fortaleza. Wir hoffen aber trotzdem, uns gelegentlich mit dem weiblichen Teil unseres Brasilienteams treffen zu können, für die nächsten Wochen wird es aber erst einmal ziemlich ruhig in unserer WG.

Den Freitag hab ich damit verbracht, in der Deutschen Botschaft einen Zettel zu bekommen, der bescheinigt, dass „Philipp Schönberger“ = „Philipp Schoenberger“ ist :) Das ganze hat natürlich wieder 4 Stunden gedauert und 60 Reais gekostet, in Sachen Bürokratie hat sich die Deutsche Botschaft voll an den brasilianischen Standard angepasst.

Freitag Abend setzten wir uns wieder in den Bus nach Canoa.

Auf einer der unglaublich spannenden Fahrten ins Centro
Auf einer der unglaublich spannenden Fahrten ins Centro

 

Lisa beim Waesche waschen
Lisa beim Waesche waschen

 

Kelber, unser brasilianischer Mitbewohner
Kelber, unser brasilianischer Mitbewohner
... ehemaliger Barraca-Junge, hat natuerlich auch nichts als Unsinn im Kopf :)
… ehemaliger Barraca-Junge, hat natuerlich auch nichts als Unsinn im Kopf :)
Haengemattegelage im "Wohnzimmer"
Haengemattegelage im “Wohnzimmer”
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Ohne Ö fehlt dir was…

7. September 2009

Dienstag 01.09.08

 

Erst heute habe ich das Wort Bürokratie, obwohl ständig gebraucht, in seiner wahren Bedeutung und in dem vollen Umfang seines Sinnes erfahren.

Die Auflagen für unser Visum ist, dass wir uns innerhalb von 30 Tagen nach unserer Ankunft in Brasilien bei der „Policia Federal“ gemeldet und registriert haben müssen.

Geplant war deshalb ein 2. Besuch im Projekt Maravilha, das ganz in der Nähe der Policia Federal liegt, um einmal einen ganzen Tag mit unser Vorgängerin Johanna im Projekt verbracht zu haben und in der  zweistündigen Mittagspause den Behördengang erledigen zu können.

Morgens ging es früh aus den Betten, bzw. besser aus den Hängematten. Zu erst mussten Passfotos Kopien gemacht werden, weil die Passfotos, die ich aus Deutschland mitgebracht haben, nicht geeignet sind, warum auch immer.

Danach ab zur Bank, leider hatten wir unsere Rechnung ohne einen Blick auf den Kalender gemacht. Am 1. des Monats bekommen alle ihr Gehalt ausgezahlt und deshalb mussten wir eine halbe Stunde Schlange stehen um die 190 Reais für die Registrierung abheben zu können.

Mit reichlich Verspätung kamen wir dann schließlich in Maravilha an, konnten nur eine halbe Stunde bleiben und mussten auch schon wieder los zur Policia.

Dort bekamen wir die Nummern 49 und 50, die letzten Nummern, wie wir später erfuhren, und machten es uns auf den Stühlen in der gut gefüllten Wartehalle gemütlich. Erste Zweifel an unserer Zeitplanung, die für die Registrierung lediglich 2h vorsah, kamen schon bald auf, als erst nach 20 Minuten die nächste Nummer aufgerufen wurde… Nummer 28.

Um eine lange Geschichte kurz zu machen, nach zwischenzeitigem Internet und Imbiss-Buden-Besuch, endloser Langeweile und zahlreichen Nickerchen waren wir eine halbe Stunde vor Ende der Öffnungszeit erst bei Nummer 45 angelangt. Und in Angesicht des gefährdeten Feierabends verloren die Beamten auf einmal ihre brasilianische Ruhe und fingen an, gestresst durch den Raum zu kommandieren. Plötzlich konnte man unseren Antrag bearbeiten, obwohl wir gar nicht an der Reihe waren. Nach 4 Stunden Wartezeit, nach Maravilha zurückzukehren hatten wir schon längst abgeschrieben, saßen wir endlich am Schalter mit sämtlichen Unterlagen, Kopien, Passfotos und Geld, um dann zu erfahren, dass mein Antrag leider nicht bearbeitet werden könne, weil mein Nachname ein Ö enthalte, den man in Brasilien leider nicht kenne. Ich müsse erst zur Deutschen Botschaft, um dort ein Formular abzuholen, das bescheinigt, dass der Umlaut ö durch oe ersetzt werden kann und, dass Schoenberger das gleicher ist, wie Schönberger.

Dass in meinem Reisepass und meinem Visum mein Name 4 Mal mit oe und nur ein einziges Mal mit ö steht, interessiert den Beamten reichlich wenig.

Jetzt muss ich halt erst nen Termin bei der deutschen Botschaft ausmachen, das Ö-Formular abholen und natürlich wieder Geld bezahlen, um mich dann wieder in die reizende Hallen der Policia zu setzten, damit der Beamte dann auch sicher sein kann, dass ö das Äquivalent zu oe ist.

Naja, der Tag war, obgleich total sinnlos, doch eine interessante Erfahrung und ein prägendes Ereignis für die Beziehung zwischen mir und dem 4. Buchstaben meines Nachnamen. Diese Geschichte verbindet uns doch sehr, wir haben jetzt eine sehr viel intensivere Beziehung, auch wenn es doch ab und zu auch mehr eine Hassliebe ist.

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Canoa Quebrada

3. September 2009

Das letzte Wochenende verbrachten wir, dh. die Freiwilligen Audrey, Hannes, Lisa und ich, Carl 

, Johanna und ihre beiden Brueder gemeinsam im kleinen Stranddorf “Canoa Ceprada”, einem Synonym fuer Paradies :)

Ich post einfach ein paar auszuege aus meinem Tagebuch:

Freitag 27.8.09

Es ist 10 Uhr abends, ich liege im kleinen Hinterhof der Possada „Canoa Roots“ gemütlich in der Hängematte, atme die frische Abendluft ein und fühle mich wie im Paradies.

Auch, wenn das sehr euphorisch klingen mag, es kommt mir wirklich so vor, als läge der Garten Eden hier irgendwo um die Ecke.

Sanft wiegt die „rede“ (sprich „Hedschi“), zu deutsch Haengematte, in der lauen Abendpriese, die trotz weißer Ummauerung ihren Weg in das kleine Gehöft findet und eingerissenen Blätter der Bananenstaude umsäuselt. Im Hintergrund läuft brasilianisches Fernsehen, in der Kneipe am Eck jubeln Fans des Fußballclubs Ceará, irgendwo hinter mir liegt Audrey in der Hängematte und liest.

Ich blicke verträumt in das tiefe Schwarz des mondlosen Himmels über mir und werde bei dem Anblick der vielen Sterne etwas sentimental.

Ich glaube es ist die Sorglosigkeit, die dieser Ort ausstrahlt, die die Freiwilligen jeder Generation hier her nach Canoa Quebrada, einem kleinen Stranddorf an der Atlantikküste Brasiliens, 3 Busstunden von Fortaleza entfernt, angezogen hat.

Sorgen und Stress bleiben zu Hause, hier in dem einst winzigen Fischerdorf, wird der Moment gelebt und genossen. Die Hippies, die Canoa seit etwa 30 Jahren zu Haufen anlockt, prägen die Atmosphäre enorm. Die Leichtigkeit des Seins, die Canoa ausstrahlt, versetzt auch mich, ohne in irgendeiner Weise verbotene Pflanzenextrakte konsumiert zu haben, in eine andere Welt.

An diesen Ort werden Hannes und ich sicher oft zurückkehren. Unsere kleine Absteige mit ihrem dauerbesoffenen Besitzer, liegt etwas abseits vom „Broadway“ (sprich Prodschiwai), ein kleiner Sandweg führt zwischen schnuckeligen Restaurants hindurch hierher zum Canoa Roots, in dessen Hof ich glücklich und zufrieden in meiner Hängematte unter freiem Himmel schließlich einnicke.

 

Zwei Stunden später wache ich wieder auf, Carl schaut verpennt aus seinem Zimmer.

„Wie viel Uhr ist es?“ – „Halb eins“ – „Ah Perfekt“

Die ganze Crew wird aufgeweckt: Audrey, Lisa, Hannes, Carl, Johanna und ihre beiden Brüder Samuel und Christoph. Kurz darauf stehen wir auf dem mittlerweile mit Feierlustigen gefüllten Broadway und gönnen uns einen guten brasilianischen Caipirinha für 1,50 Reais, umgerechnet 60 ct. Wir lernen ein paar einheimische Mädels und Mark, einen deutschen Freiwilligen in Canoa, kennen und machen uns schließlich auf zum Strand.

Die kleine Pflasterstraße, die allmählich in einen Sandweg übergeht, führt aus Canoa hinaus hinunter zum Strand. Erst jetzt fällt mir auf, das das Dörfchen ja auf einem Hügel liegt. Ein kleiner Pfad führt uns zwischen beeindruckenden, roten, bestimmt 5 Meter hohen Sandklippen hinunter zur Freedome-Bar. Das Bild das sich uns hier bietet ist echt unbeschreiblich. Ich glaube hier in der Naehe wurde Reggae erfunden, ich kann mir keinen Ort vorstellen, wo diese Musik besser hin passt. Auf der großen, mit einem Palmdach versehenen Holz-Veranda der Freedome-Bar tanzt alles, was Beine hat zu Bob Marley und Peter Tosh, daneben brennt ein Lagerfeuer und ein Beamer wirft Videos von Bob-Marley-Konzerten auf ein aufgespanntes Segel, an mehreren kleinen Bars werden Caipis verkauft und im Hintergrund branden die hellen Wellen sanft gegen den malerischen Strand, selbst der Mond chillt heute lieber und überlässt das Strahlen seinen Kollegen. Die Atmosphäre ist echt beeindruckend.

Zwischendurch schwingt der Barkeeper seine langen Treads hinters Mischpult und entlockt seiner Trompete 3 schiefe Töne.

Dieser Ort verkörpert das brasilianische Lebensgefühl, das kann man gar nicht so richtig beschreiben, das muss man erlebt haben.

Wir brechen auf, als die Sonnen zwischen ein paar Wölkchen hindurch am Horizont den ganzen Himmel in ein tiefes Rot tauchend den neuen Tag ankündigt und die einheimischen Fischer ihre kleinen Schalen ins Wasser schieben.

Der Ort hier ist so paradiesisch und entspannt, sogar der Cachaca verzichtet, trotz reichlichem Konsum, auf jegliche Nachwirkungen oder Begleiterscheinungen.

Um 6 Uhr, nachdem wir bei einer 90 jaehrigen Frau noch traditionelles Tambiocá gefruehstueckt haben, fallen wir schliesslich erschoepft ins Bett.

Samstag wird erst einmal richtig ausgeschlafen. Dann geht’s ein wenig runter an den Strand und abends wiederholt sich dann das Programm vom Vortag.

Am Sonntag morgen bietet uns der Possada-Besitzer eine Fahrt mit seinem Baggie an. Für umgerechnet 5€/Person fahren wir mittags um 2 los. Es geht durch eine beeindruckende Wüstenlandschaft hin zu einer kleinen Oase inmitten großer Sanddühnen.

Wir verbringen den ganzen Tag dort und abends sehen wir uns den Sonnenuntergang von einer riesigen Sanddühne aus an, die die Jungs aus Canoa mit kleinen Brettern hinunter boarden. Dieses Land ist wirklich unbeschreiblich schön, das lässt sich gar nicht in Worte oder Bilder fassen, ich kann nur jedem empfehlen, mich besuchen zu kommen:)

Sonntag Abend gings nach ein paar Caipis und etlichen Burgern wieder zur Freedome-Bar an den Strand. Nach einer wilden Nacht gönnten Lisa, Audrey, Hannes und ich schließlich noch ein nächtliches Bad im Warmen Atlantik, bevor wir dann einen wunderschönen Sonnenaufgang betrachteten. Ich habe noch nie ein dem selben Tag die Sonne auf- und untergehen sehen, geschweige denn an 3 Tagen hintereinander.

Montag früh brachte uns der Bus nach einem wunderschönen Wochenende an einem wunderschönen Ort wieder zurück in den Großstadt-Dschungel Fortalezas.

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Halbmond und Stern, Wahrzeichen von Canoa
Halbmond und Stern, Wahrzeichen von Canoa

 

 

Nach druchzechter Nacht erst mal Pfannkuchen mit Obst :)
Nach druchzechter Nacht erst mal Pfannkuchen mit Obst :)

 

Canoa Roots, unsere kleine Absteige
Canoa Roots, unsere kleine Absteige

 

Fredome-Bar bei Tag
Fredome-Bar bei Tag
Weg zur Freedome-Bar

Weg zur Freedome-Bar

 

Wuestenlandschaft direkt am Meer

Wuestenlandschaft direkt am Meer

Mjami Cocosnuss

Mjami Cocosnuss

So ungefaehr sieht OAT aus ;)

So ungefaehr sieht OAT aus ;)

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Sprung ins Abenteuerjahr

Sprung ins Abenteuerjahr

 

Unser OAT-Team: Carl, Johanna, Ich, Lisa, Hannes und Aurdey
Unser OAT-Team: Carl, Johanna, Ich, Lisa, Hannes und Aurdey

 

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Maravilla

28. August 2009

So, es sind mittlerweile schon 5 Tage vergangen und wir gewoehnen uns gewoehnen uns langsam an unsere neue Heimat.

Vorgestern (Dienstag) waren wir in unserem Zweitprojekt Maravilla.

Maravilla ist ein Kindergarten in der gleichnamigen Favela, etwa 40 Busminuten von uns entfernt. Das Projekt, in dem Hannes und ich wahrscheinlich jeweils 1-2 Tage/Woche arbeiten werden, hat uns sehr gut gefallen. Die Kinder dort sind unglaublich suess, offen und auch ziemlich laut. Ich glaube das kann ein sehr guter Ausgleich, zu der doch sehr intensiven Arbeit mit den nicht immer ganz freundlichen Strassenjungs in der Barraca, sein. Momentan steht noch nicht fest, wie die Aufgabenverteilung genau aussehen wird, wahrscheinlich wird aber Hannes in der Barraca die Papierwerkstatt uebernehmen, da er wegen einer Verletzung immer noch kein Fussballspielen kann. Fuer mich heisst das, dass ich sehr wahrscheinlich 3 Tage in der Barraca, vor allem im Sportprogramm, mitarbeiten werde und 2 Tage in Maravilla. Das wird sich aber die naechsten Tage zeigen.

Momentan sind wir noch in der Eingewoehnungsphase, wenn Lisa und Audrey dann nach St. Louis fahren, gehts hier fuer uns dann richtig los.

Heute Mittag fahren wir fuer 3 Tage in ein Kleines Stranddorf, dh. bis Montag bin ich wahrscheinlich schlecht zu erreichen.

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Adresse

26. August 2009

Ich habe seit gestern auch ein Handy, meine Nummer ist 08586835777. Wer gerade nicht in Brasilien weilt, der haenge bitte noch die Vorwahl 0055 davor und lasse die 1. 0 weg (00558586835777).

Wer noch eine Billigvorwahl sucht, wird hier fuendig http://www.tarif4you.de/tarife/0055110.html

Da kann man mich teilweise fuer unter 10 ct/min anrufen.
Wer mir Birefe oder Paeckchen schicken will, bitte an:

Philipp Schoenberger

Rua 95, Casa 81, José Walter – segunda etapa
Fortaleza – Ceará – Brasil
CEP: 60751-110


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Praia!!!

26. August 2009

Heute war endlich Strand angesagt. Das ist allerdings in Fortaleza ein zeitaufwändiges Unterfangen, obwohl die Stadt ja eigentlich direkt am Meer liegt. Nach etwa 2h Busfahrt kamen wir dann in einem kleinen, paradiesischen Stranddörfchen an. Den Mittag und Nachmittag obstessend unter den Palmen, oder im sicher 26° warmen Atlantikwasser verbracht, bevor wir abends völlig erschöpft in die WG zurückfuhren. Der Strand war wirklich unbeschreiblich schön, das kann man auf den Bildern leider gar nicht richtig erkennen, und wir konnten diese Schokoladenseite Brasiliens in vollen Zügen genießen.

BILD1941

Solche Strandtage sind halt die Vorzüge eines Freiwilligendienstes hier in Brasilien, wir werden/haben aber auch die weniger schönen Seiten dieses Landes kennen lernen/gelernt.

Hannes&Me

Hannes&Me

BILD1985

Hannes mit Cocos

Hannes mit Cocos

Rueckfahrt

Rueckfahrt

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Barraca e Centro (24.08.09)

26. August 2009

Eigentlich sollte heute unser erster Tag am Strand sein, doch leider hat uns das Wetterchen einen kleinen Strich durch die Rechnung gemacht. Leut Carl dürfte es zwar nicht mehr regnen, und tagsüber schon gar nicht… trotzdem hat es heute morgen wie aus Kübeln gegossen. Dagegen kann man das, was in Deutschland als so runter kommt nicht Regen nennen.

Wetterbedingt gab es eine Planänderung. Erst mal chillen, Tee trinken und abwarten. Nach obstigem Frühstück ging es dann irgendwann auf zur Barraca, unserem zukünftigen Arbeitsplatz.

Das Projekt gefiel mir eigentlich sehr gut, es wird aber sicher nicht ganz einfach mit den Jungs, die lassen natürlich keine Möglichkeit aus, uns zu  verarschen. Vor allem etwas albern anmutenden Späße sind nicht gerade übersetzenswert. Ich glaube aber, dass ich mich da sicher dran gewöhne und, dass, wenn ich die Jungs auch besser verstehe, sicher gut zurecht komme. Man braucht halt echt ein dickes Fell, aber irgendwie sind die Jungs schon liebenswert. Wir haben dort auch zu Mittag  gegessen – Reis mit Bohnen natürlich -, was aber voll lecker war.

Danach ging es dann mit dem Bus ins Centro (Zentrum). Die Bussfahrt war auch ein kleines Abenteuer, die Fahrer kennen hier nichts, das ist aber auch gut so, sonst käme man im Leben nicht an. Man muss sich halt gut festhalten.

Das Centro besteht aus unzähligen kleinen Läden, teilweisen Garagen, und kleinen Ständen. In einem davon haben wir den obligatorischen Hängemattenkauf getätigt :)

Lisa und Audrey in der neu gekauften Haengematte.

Lisa und Audrey in der neu gekauften Haengematte.

Nach einer Schale „Asai“ wieder mit dem Buas, der für Hannes und mich leider nicht die optimale Höhe hatte, zurück nach Hause.

Abends kam noch Manuél, ein Freund aller Freiwilligengenerationen hier, auf ein Bierchen vorbei. Das Bier ist hier tatsächlich erstaunlich gut, natürlich lange nicht so geil wie deutsches Bier, aber doch genießbar.

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1.Tag (23.08.2009)

26. August 2009

1.Eindruck/1.Tag

Die Sonne und eine sanfte Brise, die durch das scheibenlose Fenster des Zimmers weht wecken mich um ca. 9Uhr meines ersten Tages hier in Fortaleza/Brasilien.

Bananenstaude vorm Fenster :)

Bananenstaude vorm Fenster :)

Der erste verschlafene Blick fällt durch die Gitter des Fensters auf die Blätter einer Bananenstaude, die sich vor dem tiefen Blau des Himmels sanft hin und her bewegen.

Doch der pitoreske, fast paradiesische Eindruck, den derartige Bilder erwecken können, ist mir gestern Abend ein wenig abhanden gekommen. Nachdem ich den Flug von Salvador da Bahia nach Fortaleza fast komplett durchgeschlafen hatte und wir gut in unserer zukünftigen Heimat gelandet waren, mussten wir um 23:30Uhr (4:30Uhr in D) noch eine Stunde auf Carl warten, der uns abholen sollte.

Als er ankam, ging es im Taxi – zu viert auf der Rückbank ist hier kein Problem- bei leichtem Regen vorbei an zahlreichen typisch lateinamerikanischen Baracken ins Viertel José Walter.

Dort erwartete uns schon Pinki, der WG-Hund, und Kelber, unser brasilianischer Mitbewohner, mit einem Caipirinha (1.Klischee bestätigt: Die Brasilianer machen mit Abstand den besten Caipi!).

Danach zeigte uns Carl die Wohnung. Mein 1.Eindruck: Da kann man viel draus machen :) Man muss allerdings auch was daraus machen, weil die ganze Bude doch etwas herunter gekommen ist… Carl sieht das genauso, sein Tipp: Was machen bevor man sich an die Zustände gewöhnt hat. Und ich glaube damit hat er sehr Recht, schon heute morgen stören mich die unverputzten Wände nicht mehr und auch die Spinnen, die sich in jeder Ecke eingenistet haben, fall mir nicht mehr wirklich auf. Aber Hannes und ich hatten uns ja einiges in Sachen Renovierung vorgenommen und ich hoffe, dass wir uns hier schön einrichten können.

Generell ist die Wohnung doch recht groß. Es gibt ein Wohnzimmer, dass prinzipiell nur durch ein Gitter vom Hof /Eingangsbereich getrennt ist. Es gibt ein Esszimmer, 3 Schlafzimmer, 3 Bäder, 1 Küche, einen Hinterhof und eine Waschküche. Vorne zur Straße gitb es außerdem noch eine Garage, nach deutschen Standarts könnte man also von einer 5 Zimmerwohnung sprechen,m wobei deutsche Standarts hier sicher fehl am Platz sind :)

Der Zustand der Wohnung war so ein bisschen die erste Desilusionierung. Da müssen wir noch unglaublich viel Zeit und Energie rein stecken, damit das hier die Wohlfühl-WG wird, die wir uns wünschen.

Mittlerweile ist es bestimmt 10 Uhr, der Ventilator dreht immer noch fleißig seine Runden und es sind ein paar Wölkchen aufgezogen.

Momentan scheint mir die Hitze doch sehr erträglich und eigentlich weniger als Hitze, als als angenehm warmes Klima.Allerdings ist es ja theoretisch noch „Winter“/“Regenzeit“ und durch die Regenzeit hat es ein bisschen abgekühlt.

Bin gespannt das Viertel heute ein bisschen zu erkunden. Allerdings muss hier erstmal der Carl, der hier neben mir selig auf seinem nich all zu stabil anmutenden Bett den Schlaf der Gerechten schläft,  aufwachen und dann geht es denk ich erst mal ins Internet-Kaffee, den Lieben zu Hause sagen, dass es uns – und das kann ich doch mit gutem Gewissen behaupten- hier gut geht.

Ab und zu denke ich schon an „Daheim“ und ich bin auch ein bisschen froh, sagen zu können, dass ich Familie und Freunde doch ein bisschen vermisse. Deutschland fehlt mir allerdings bei Weitem nicht, bin gespannt, wann das losgeht.

Nach einem eher mittelmäßigen Ausschlafen bis um 9Uhr gab es geiles Frühstück: Papaya, Mango, Annanas, Melone, usw.

Hannes beim Fruehstueck machen

Hannes beim Fruehstueck machen

Danach erst mal geduscht, gechillt, dann ein bisschen durchs Viertel gelaufen, bei der Bank  das erste Mal Reais abgehoben kurz ins Internet-Cafe. Zu Hause hat Carl ein paar Nudeln gekocht und wir haben nochmal ne Runde gechillt. Geht grad echt nicht so viel, is halt ne komische Situation, nich Fisch, nich Fleisch, OAT können wir frühestens mit Johanna am Mittwoch richtig anfangen, wir sind alle noch etwas fertig, wir kennen uns nich richtig aus und Carl weiß auch nich so recht, was er mit uns machen soll. Deshalb ist es gut, dass wir morgen an Strand gehen. Das wird richtig geil.

Gehen jetzt dann nochmal raus, was essen, trinken dann vllt noch ein Bierchen oder nen Caipi und dann muss ich wahrscheinlich schon ins Bett, weil ich wirklich hundemüde bin.

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